Die Marter der 10 000 Christen

Werkstatt Lucas Cranach d. Ä. um 1515, Öl auf Holz, ehem. Altarflügel

Die Marter der 10 000 Christen erfolgte unter König Sapor von Persien. Nach der Legende wurde ein zum Christentum übergetretenes Heer von einer heidnischen Übermacht auf einem hohen Berg gefoltert und abgeschlachtet. 

Die untere Hälfte des Bildes zeigt ein kniendes Opfer, das durch einen Landsknecht mit einem Schwert hingerichtet werden soll. Um diese beiden dominierenden Figuren herum liegen viele Tote. Auf der oberen Bildhälfte ist eine Gruppe von Kriegern in voller Rüstung, teilnahmslos vor einer Baumgruppe stehend, dargestellt. Ein Krieger aus dieser Gruppe reicht einem Henkersknecht, der auf dem Rücken eines Toten sitzt, die Flasche zum Trunk. Daneben wird ein anderer Toter gerade seiner Kleider beraubt.

Heidenpredigt eines Papstes (Gregor?)

Werkstatt Lucas Cranach d.Ä. um 1515, Öl auf Holz, ehemal. Altarflügel

Die Heidenpredigt eines Papstes vollzieht sich in einem sakralen Innenraum, der auf der linken Seite von zwei korinthischen Säulen flankiert wird. Auf der rechten Seite steht eine mit Frührenaissance-Ornamenten verzierte Kanzel, auf der ein Papst zu den darunter versammelten Heiden predigt. In der Gruppe der Heiden erkennt man einen Türken mit Turban, einen Araber mit einem Fez und mehrere Afrikaner mit dunkler Hautfarbe und schwarzem lockigem Haar.

Die Enthauptung des Jakobus d.Ä.
Werkstatt Lucas Cranach d.Ä. um 1515, Öl auf Holz

Dieses Tafelgemälde wird von einem Korbbogen umrahmt. In der Bildmitte kniet Jakobus mit gefesselten Händen. Sein Blick ist schräg nach oben gerichtet und sein Kopfhaar zusammengeknotet. Pilgerstab, -tasche und -hut, seine Attribute, liegen vor ihm auf dem Erdboden. Dahinter steht die kraftvolle stiernackige Gestalt des Henkers, der mit dem Schwert zum Schlag ausholt. Am linken Bildrand stehen zwei Figuren: Ein Krieger in voller Rüstung, der sich auf eine Lanze stützt, und ein Knecht, dessen Mund vor Staunen geöffnet ist. Er trägt den Mantel des Jakobus und hält einen Strick in der Hand. Rechts neben Jakobus stehen zwei Juden (Hoher Priester und Schriftgelehrter) mit turbanartigen Kopfbedeckungen, die das Urteil über Jakobus fällen. Zwischen diesen beiden Personen schaut der Kopf eines Kriegers mit Helm und aufgeklapptem Visier hervor. Der Mittelgrund wird durch Bodenwellen markiert, der Hintergrund zeigt einen Landschaftsausschnitt mit einer gotischen Kirche und einer davorliegenden Stadtmauer mit Turm.


Die Aufnahme der Seelen zweier Verstorbenen unter die Heiligen
(oder: Die Aufnahme zweier Seelen in den Himmel)

Werkstatt Lucas Cranach d.Ä. um 1515, Öl auf Holz

Rückseite

Hierbei handelt es sich um ein Tafelbild, welches auf Vorder- und Rückseite bemalt ist. 

Das Gemälde auf der Vorderseite, ebenso wie das auf der Rückseite, von einem Korbbogen umrahmt, zeigt im Vordergrund die beiden Verstorbenen in kniender und betender Haltung. Von zwei Engeln werden sie getragen. Etwa in der Bildmitte stehen drei heilige Frauen, die drei Marien; und links von ihnen zwei weitere, von denen die eine als  Heilige dargestellt ist. In der rechten oberen Bildhälfte gruppieren sich drei Männer um die Gestalt Johannes des Täufers, der zusammen mit der Muttergottes als Fürbitter für die Seelen erscheint. 

Entgegen der Konvention ist nicht der Aufstieg der Seelen in den Himmel, sondern deren Ankunft dargestellt. 

Auch das Gemälde auf der Rückseite thematisiert die Hoffnung des Christen auf ewige Seligkeit. Es handelt von der Erlösung. Dargestellt wird, ähnlich wie am Nordportal der thronende Gottvater, der mit beiden Armen ein Kruzifix hält, auf dessen linken Kreuzesarm die Taube des Heiligen Geistes sitzt. Umgeben ist der Gnadenstuhl von einer Wolke mit Putten.

Zu der Darstellung "Die Aufnahme zweier Seelen in den Himmel" gehörte ursprünglich noch das Gegenstück "Die verlorenen Seelen in der Hölle". Es wurde jedoch nicht, wie alle anderen Gemälde in der Schloßkirche, repariert und wiederhergestellt, da es zu starke Beschädigungen aufwies.